EMM 15 - Wenn die Vorband richtig reinhaut
Was macht einen guten Support für den Headliner aus? Der Unterschied zwisch rumstehen und mitzappeln
29.03.2026 68 min
Zusammenfassung & Show Notes
Noch 'n Bierchen in Ruhe oder sich ins Gedränge stürzen? Die Frage stellen sich Konzertfans häufiger, wenn eine Vorband angekündigt ist. Oder zwei. Mitunter warten da echte Neuentdeckungen und künftige Headliner. Wir haben einige der Bands zusammengestellt, die das Zeug dazu haben, den Saal schon vorzeitig zum Kochen zu bringen.
Welches Kaninchenloch besuchen wir heute?
- Wir sprechen über Bands, denen eine besondere Aufgabe zukommt: Als Vorbands sollen sie den Boden bereiten für den Headliner. Dabei dürfen sie weder langweilen noch die Band nach ihnen überstrahlen.
- Wir fragen uns: Wer entscheidet, wer mit auf Tour kommt? Und nach welchen Kriterien?
- Manche Bands kennen das Tourgeschäft von beiden Seiten: Als Support und als Headliner – und manchmal wird aus ehemaligen Headlinern auch wieder eine Tourbegleitung. Und manche Bands sind möglicherweise als Vorband nicht geeignet – wir haben darüber gesprochen in unserer Folge über The Sensational Alex Harvey Band.
Notizen vom Wegesrand
Wer bringt also welche Vorband mit sich?
- Igorrr. Die eigenwilligen Musiker*innen aus Frankreich – siehe unsere Folge 11 – haben sich bei ihrer Tour im Frühjahr 2026 unter anderem für Dvne entschieden: eine science-fiction-affine Progmetal- und Postrock-Band aus Edinburgh – sehr dynamisch, live noch besser als im Studio und seit 2013 am Start.
- Nochmal Igorrr. Im Herbst 2025 hatte Gautier Serre Master Boot Record im Schlepptau. Wie Serre ist auch der Italiener Victor Love mindestens genau so sehr Produzent wie Musiker. Außerdem spielt auch er seine ganz spezielle Form von Metal – Computermetal. So nennt es der Chiptuner, der im Trio mit Drummer und Gitarristen auf Tour ist. Und wir fragen uns, ob Computermetal zusätzliche Musiker braucht.
- Bloodywood. Die Metalband aus Indien hatte eine Posthardcore-Band aus UK zu Gast. In dem Fall setzt eine relativ junge, bekannte Band auf eine ebenso junge, aber noch unbekannte Band, die dem Abend eine eigene Note hinzufügte. Oder gleich ganz viele davon. Anders als sehr gestandene Bands wie Judas Priest (die mit den alten Mitstreitern Uriah Heep und Saxon im Schlepptau vor allem den mit ihnen ergrauten Fans einen Gefallen tun wollten) setzt Bloodywood damit auf Abwechslung.
- Sepultura. Die Brasilianer haben sich nach 40 auf den Bühnen der Welt verabschiedet – und das nicht nur mit einem neuen Drummer, sondern auch mit zwei namhaften Vorbands: Obituary als Vertreter der alten Garde und Jinjer als eine deutlich jüngere Band, die längst nicht allen Fans geläufig – und auch nicht genehm – war. Metalcore aus der Ukraine mit charismatischer Frontfrau und komplexen Songs, das unterscheidet sich von der vertrauten Kost. Sängerin Tatjana Shmailjuk ist ein Jahr nach Bandgründung eingestiegen und beeindruckt sowohl mit ihrem Klargesang als auch mit tiefen Growls – nicht nur die Fans, sondern auch das Internet.
- Oomph. Normalerweise sind wir beide nicht die Leute, die ein Oomph-Konzert besuchen. Aber wenn es nichts kostet und quasi vor der eigenen Haustür stattfindet … und wenn der Veranstalter Disillusion als eine der Vorbands verpflichtet … na dann schon. In dem Fall war Disillusion eine weitere lokale Band. Das war 2011 – inzwischen sind auch sie selbst der Headliner.
Dvne
Melt Banana
Master Boot Record
Bloodywood
Calva Louise
The League Of Crafty Guitarists
Sepultura
Jinjer
Wie Tatjana Shmailjuk das Internet verzückt
Disillusion
Fragen, die wir erst jetzt beantworten. Vielleicht.
- Was haben die Mitglieder von Dvne vorher gemacht. Und wie alt sind die?
Keine Ahnung, wir haben es nicht rausgekriegt. Aber ein bisschen was erzählen sie auf Reddit. - Sind Bloodywood und Clava Louise beim gleichen Label?
Nein. Bloodywood veröffentlicht bei Fearless Records, Calva Luoise beim niederländischen Label Mascot Records. - Seit wann gibt es Manowar?
Seit 1980. - Und dann ist da noch die Sache mit AC/DC, die Rob Halford erzählt hat ... und an die sich Sara nicht ganz richtig erinnert hat. Rob Halford schreibt von einer Tour durch Europa, für die Judas Priest einen Nightliner gemietet hat, um nicht in teuren Hotels schlafen zu müssen. Es war also keine UK-Tour, bei denen die Bandmitglieder jeden Abend nach Hause gefahren sind, anstatt AC/DC zu hören.