EMM 13: Die 80er - man wird sie nicht los
Besondere Cover von besonderen Songs
25.01.2026 65 min
Zusammenfassung & Show Notes
Die 80er Jahre: Man liebt sie und man hasst sie. Und man hat viel davon schon vergessen. Zu Recht. Einige Songs aber haben überlebt. Weil sie gut sind. Und weil sie gecovert werden. Mal gut, mal weniger gut. Wir stellen einige besondere Cover vor und stellen fest: Nachspielen ist keine Kunst - aber einen Song neu zu denken, das schon.
EMM 13: Die 80er - man wird sie nicht los
Welches Kaninchenloch besuchen wir heute?
Welches Kaninchenloch besuchen wir heute?
Die 80er waren ein widersprüchliches Jahrzehnt. Technischer Aufbruch, neue Produktionsmöglichkeiten, Synthesizer überall – und gleichzeitig eine starke Macht der Majorlabels und von MTV. Charts wurden formatiert, Pop und Rock dominierten, Experimente fanden meist am Rand statt. Trotzdem: Manche Songs waren stärker als ihr Kontext. Und manchen von ihnen wirken nach. Bis heute.
Notizen vom Wegesrand
Notizen vom Wegesrand
Wie altern Songs? Und was macht ein gutes Cover eigentlich aus?
Nicht jede Neuaufnahme ist eine Neuinterpretation. Manchmal reicht es, einen Song handwerklich sauber nachzubauen. Spannend wird es dort, wo ein Stück in einen anderen kulturellen, zeitlichen oder ästhetischen Zusammenhang gestellt wird.
Nicht jede Neuaufnahme ist eine Neuinterpretation. Manchmal reicht es, einen Song handwerklich sauber nachzubauen. Spannend wird es dort, wo ein Stück in einen anderen kulturellen, zeitlichen oder ästhetischen Zusammenhang gestellt wird.
Ein klassisches Beispiel: Kraftwerk. „Die Roboter“ wirkt bis ins Heute hinein – aber hier hören wir bewusst nicht das Original. Stattdessen zeigt Señor Coconut, wie man einen ikonischen Track in einen völlig anderen musikalischen Raum überführt, ohne ihn zu ironisieren oder zu entwerten.
Andere gehen einen anderen Weg: Orkestra Obsolete versetzen Synthesizer-Klassiker in eine Vergangenheit, die es so nie gab – mit Säge, Weingläsern, Theremin und Clavioline. Kein Neudenken, sondern ein radikales Neu-Machen. Oder Alt-Machen.
Dann gibt es Songs, die mehrfach geboren werden mussten, um anzukommen. „Being Boiled“ von The Human League ist so ein Fall. Als Cover bietet es sich an, die ohnehin vorhandene Kälte noch weiter zu verdichten – etwa indem man Distanz aufhebt und Brutalität verstärkt.
Und manchmal funktioniert es genau umgekehrt: Bombast wird entzogen, Attitüde entkernt. Wenn Lambchop „This Corrosion“ spielen, bleibt vom Pathos der Sisters of Mercy wenig übrig – und gerade dadurch wird der Song lesbar.
Ein großartiges Cover hat die Progmetal-Band Leprous von ihren norwegischen Landsleuten eingespielt. Sie selbst wären nie auf den Gedanken gekommen, doch ein kanadisches Tonstudio schubste sie in die richtige Richtung und hielt mit Kamera und Mikrofon drauf.
Ein großartiges Cover hat die Progmetal-Band Leprous von ihren norwegischen Landsleuten eingespielt. Sie selbst wären nie auf den Gedanken gekommen, doch ein kanadisches Tonstudio schubste sie in die richtige Richtung und hielt mit Kamera und Mikrofon drauf.
Nicht jeder Klassiker lässt sich sinnvoll covern. Manche Stücke sind zu sehr mit ihrer Zeit, ihrer Stimme oder ihrer Ästhetik verbunden. Und manchmal covern Künstler sich lieber selbst – nur eben anders. Die Pet Shop Boys können das. Und sie machen es.
Das gibt es auf die Ohren
- "The Robots" - Señor Coconut and his Orchestra
- "Blue Monday" - Orchestra Obsolete
- "Being Boiled" - Atrocity
- "This Corrosion" - Lambchop
- "Take On Me" - Leprous
- "Rent" - Jake Shears, Neil Tennant, BBC Concert Orchestra
Zum Weitergraben
- Das Duo Yello aus der Schweiz als Grenzgänger zwischen Pop, Elektronik und Kunst
- David Byrne & das Balanescu Quartet
- Leprous im Studio von Musora
- Nirvana bei MTV unplugged
- Unsere Folge 1 zu Yellow Magic Orchestra – wir wissen auch nicht so genau, uns diese Musiker immer wieder begegnen